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Weltpremiere auf dem 75. Salon de l´auto Genève · 1.-13. März 2005
Der CX-Nachfolger Citroën C6
"Une référence aux grandes Citroën – Un trait empreint de l'identité stylistique de la Marque –
Un concept de véhicule Grand Tourisme – Des technologies nouvelles – Citroën C6 est née,
 
l'émotion est au rendez-vous."
Citroën-Presse Frankreich, 10. Februar 2005

Citroën C6 Nach sechsjähriger Pause in der oberen Mittelklasse meldet sich Citroën 2005 zurück: mit der Premiere des Citroën C6 auf dem 75. Salon de l´auto Genève vom 1.-13. März 2005 geht die Geschichte der "Großen Citroën" weiter. Seit dem Produktionsende des Vorgängers XM im Jahre 1999 herrschte Flaute in der Oberliga der Doppelwinkelmarke aus Paris. Das Interims-Topmodell hieß C5, konnte aber kein Ersatz sein für den ungemochten, wohl verkannten XM, schon gar nicht ein Nachfolger der DS oder des CX. Mangels Masse wurde der C5 von Marketing-Strategen als "Großer Citroën", der er nie war, beflissentlich großgeredet. Nun sind die Fronten wieder klar: der Citroën C6 tritt an gegen die deutschen Platzhirsche A6, 5er und E-Klasse. Im eigenen Lande stellt er sich dem Peugeot 607 und dem Renault VelSatis.
Die Letztgenannten verkaufen sich nicht wirklich gut und führen mehr ein Schattendasein in der oberen Mittelklasse. Dies nicht nur in Deutschland. Der C6 könnte da bessere Chancen haben: Markenimage und elegantes Design verbunden mit der Historie der großen Vorgänger sind Citroën-Pfunde, die andere Hersteller in der Form nicht zu bieten haben. Mit avantgardistischer, weltbewegend neuer Technik, einst eine Stärke der Marke, ist es beim C6 allerdings etwas mau. Technologie auf der Höhe der Zeit ist eine Selbstverständlichkeit. Exklusiv für den C6, neben Adaptionen aus den Citroën-Modellen C5 und C4 (etwa AFIL-Spurassistent), gibt es eine elektronische Parkbremse und eine aktive Motorhaube zum Fußgängerschutz. Schwenkscheinwerfer, von anderen Herstellern vor kurzem als Nonplusultra des modernen Ideenreichtums gefeiert, sind nun auch beim C6 zu finden. Sie gab es 1967, vor 39 Jahren, schon im Citroën DS, später im Citroën SM. Insofern herrscht Kontinuität. Headup-Display und ein dezenter, geschwindigkeitsabhängiger Heckspoiler sind sowohl Eurofighter-Piloten, als auch Porsche-Lenkern längst bekannt. Das alles ist erfreulich und nett anzusehen, jedoch nicht gerade weltbewegend. Die konkav gewölbte Heckscheibe etwa stammt aus dem CX. Wie die Philosophie einer nicht vorhandenen Heckklappe. Zu IKEA oder zur Villa im Tessin fährt man daher besser mit etwas anderem. Wohl ein ewiges Citroën-Dilemma: das Fließheck. Als Spagat zwischen den Formen der klassischen Stufenheck-Limousine und dem sportlichen Coupé gelingt zwar das Design, jedoch bleibt auch beim C6, wie beim CX, der praktische Nutzwert auf der Strecke. Die Lösungen des XM (Heckklappe mit zweiter, innerer Heckscheibe zum Schutz der Insassen vor Zugluft beim Öffnen) oder des kleineren C5-Vorgängers Xantia (in das Stummelheck integrierte Heckklappe) wurden offenbar

Weltpremiere Citroën C6
75. Salon de l´auto Genève · 1.-13. März 2005
Citroën C6 · 75. Salon de l´auto Genève
Rede Claude Satinet
Directeur Général de Citroën
Citroën C6 · 75. Salon de l´auto Genève
Citroën C6 · 75. Salon de l´auto Genève
Citroën C6 · 75. Salon de l´auto Genève Citroën C6 · 75. Salon de l´auto Genève
Citroën C6 · Citroën-Messestand in Genf

der Erkenntnis geopfert, daß eine Limousine der oberen Mittelklasse einfach keine Heckklappe zu haben hat. Das könnte akzeptiert werden, wenn auch eine Kombi-Version "C6 Break" geplant wäre. Bislang scheint dies jedoch nicht der Fall zu sein.
E-Klassen- und 5er-Kombis oder dem sehr gelungenen Audi A6 Avant hat man daher nichts entgegenzusetzen.
Möglicherweise ist man in Paris auch der Ansicht, daß der C6 sich dem Wettbewerb der klassischen Oberklasse- Limousinen à la S-Klasse, 7er und A8 oder Phaeton zu stellen hat, die allesamt nicht über Heckklappen verfügen (dürfen), und bei denen Kombi-Versionen undenkbar wären. Die Klassifizierung des C6  dürfte jedoch zumindest in Deutschland etwas anders aussehen. Obere Mittelklasse ist hier das Stichwort, und entscheidende Kriterien dabei sind Qualität und Verarbeitung. Audi läßt schon mal grüßen. Kein anderer Hersteller allerdings hat ein so ausgereiftes, hydropneumatisches Fahrwerk ("hydractive" = rechnergesteuert) zu bieten wie der Citroën C6, für den es nochmals weiterentwickelt und perfektioniert wurde. In der Schwebeklasse tummelt sich der C6 also ganz allein und alternativlos. Bei vielen Hydropneumatikfans regen sich bereits Kaufzwanggefühle. Emotionsverstärkend kommt das bewußt an den immer noch geliebten CX erinnernde, sehr gelungene Design des französischen Nobel-Mobils hinzu, angefangen bei der Seitenlinie bis hin zu den halbkreisförmigen Türablagen. Auch die Idee der konkav geformten 
Vergleichende Studien: CX 1984
CX 1984
Vergleichende Studien: C6 lignage 1999
C6 lignage '99
Vergleichende Studien: C6 2005
C6 2005
Vergleichende
Studien
C6-Designer Jean-Pierre Ploué
C6-Designer
Jean-Pierre
Ploué

Heckscheibe, die Regenwasser durch Aerodynamik statt durch Heckwischer beseitigt, stammt aus dem CX. Ob dies retrofuturistisch zu nennen ist oder eine legitime Reminiszens an große Vorgänger darstellt, ist eher zweitrangig. Das neue PSA-Flaggschiff ist jedenfalls eindeutig als Citroën erkennbar. Und das ist auch gut so. Insofern ist das Design unter Leitung von Jean-Pierre Ploué sehr geglückt. Man wird auch damit rechnen können, daß einige ehemalige CX-Fahrer, die sich mit dessen Nachfolger, dem PSA-Produkt XM ("Peutroën") nie anfreunden konnten und abtrünnig wurden, nun zu Citroën zurückkehren. Wenn es der Marke gelingt, den Service und das Händlernetz den aufgerufenen C6-Preisen zwischen 40 und 50 Tausend Euro anzupassen, die französische Luxuslimousine nicht in Hinterhofklitschen ohne Sitzgelegenheit feilbietet und unvoreingenommene Käufer nicht als späte Testfahrer missbraucht, könnte der C6 ein Erfolg werden. Man darf auch erwarten, daß der Kundendienst möglichen Anfangsproblemen, meist elektronischer Art, die es bei neuen Fahrzeug-Modellen öfter geben soll, kompetent und kulant begegnet. Für eine gewisse Ausgereiftheit des C6 zu Beginn des Verkaufsstarts spricht die lange Entwicklungszeit. Die Studie "C6 lignage" wurde schon im Jahre 1999 vorgestellt.

Citroën C6 Citroën C6 Citroën C6
Citroën C6 Citroën C6 Citroën C6

Citroën C6
Ob die Umstrukturierung des Händlernetztes in den letzten Jahren jetzt den gewünschten Erfolg auch beim C6 zeigt, bleibt abzuwarten. Bei der Modellvermarktung verzichtet Citroën offenbar auf die sonst üblichen "Preis-Parties" und Billigheimer-Werbespots. Die bisher platzierten TV-Spots "Nationalhymne" und "James-Bond-Verjüngungskur" sind wohl auch die besseren Imageveranstaltungen für den Absatz des C6. Seit einiger Zeit befindet sich Citroën dank guter Qualität und gefälligem Design in starkem Aufwind und hat mit den Modellen C1, C2, C3, C3 Pluriel, C4, C5, C8 und weiteren attraktiven Angeboten eine hübsche Palette anzubieten, deren Krönung nun der C6 wird. Die Zeit der Langeweile scheint hinter Citroën zu liegen. Man darf auf die Zukunft wieder gespannt sein. Der SM z.B. hat seit 1975 noch keinen Nachfolger. Da böte es sich doch an, auch einen Citroën C7 auf den Markt zu bringen.
C6-Vorgänger: Große Citroën
Traction 15-6 H Berline 1954 DS 19 Berline 1957 CX 25 GTi 1985 XM Injection 1989
Traction
1934-1957
DS
1955-1975
CX
1974-1989
XM
1989-1999
Die offizielle C6-Vorstellung (neben dem neuen C1) erfolgte am 1. März 2005 auf dem  75. Automobilsalon in Genf. Der Verkauf begann Ende 2005 mit Einstiegspreisen ab EUR 42500,-- für die 3.0-V6-Motorisierung ohne Sonderausstattung. Die Preise der C6-Varianten sind seit dem 27. Juni 2005 veröffentlicht. Die Auslieferung des C6 in Deutschland erfolgt seit Frühjahr 2006, die offizielle Publikumspäsentation bei den Händlern im Mai 2006.
Im Oktober 2006 wurde die Motorisierung und das Preisgefüge nach unten erweitert : der C6 HDi 170 Biturbo FAP mit 4 Zylindern und 2.2-l-Dieselaggregat  kostet
in der Einfachversion (u.a. Velours-Polster, keine Holzapplikationen, kein Navigationssystem) EUR 39.990,--, in den Versionen Pallas und Exclusive EUR 42.990,-- bzw. 49.390,--.
Fotos: Citroën
(11/06)
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