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| Rendez-vous
mit einer
wilden Schönheit |
| von Holger Möllenberg |
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s war im Jahre 1974, an
einem sonnigen Wintertag zwischen Weihnachten und Silvester in Paris.
Ich befand mich auf einer dreitägigen Stipp-Visite in der
französischen Metropole und zum obligatorischen
Besuchsprogramm gehörte natürlich
auch ein Bummel
über die
Champs-Elysées. Plötzlich dann die Begegnung wie
mit
einem Außerirdischen:
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Flach
wie ein Ufo duckte sich der erste
CX, den ich leibhaftig erspähte, an die blank geputzten
Fliesen
des Citroën-Showrooms. Liebe auf den ersten
Blick. Vorsichtig
näherte ich mich dem unbekannten Objekt.
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Hippo Citroën |
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Ich
wunderte mich
über
mich selbst, daß ich binnen weniger Minuten vom
glühenden
DS-Verehrer zum CX-Liebhaber konvertiert war.
Doch
schließlich
war das hier die junge Tochter der alt ehrwürdigen
Göttin,
so empfand ich damals.
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| Citroën
CX · 1975 |
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Und
spätestens als ich auf dem körpergerecht
geformten Fahrersitz Platz nahm und sanft das
futuristische Armaturenbrett streichelte,
spürte ich jenes
erotische Prickeln, das ich bis dahin nur gegenüber Menschen
wahrgenommen hatte. Dieses Auto war wie
eine |
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langbeinige wilde
Schönheit mit perfekten weiblichen Rundungen, die das Herz
pochen ließen (Damals
glaubte ich noch, auf Frauen zu stehen). Nur ein
Gedanke zuckte durch mein (männliches)
Hirn: Dieses geile
Teil mußt du besitzen...
Als
Student der
Philosophischen Fakultät im fünften Semester war
damals,
1974, jedoch kein Denken daran. Also fuhr ich
weiter mit meinem
knallroten Ami Super Break, den die damals üblichen schwarzen
Rallyestreifen zierten, zur Uni. Und meine Mutter, die eines der
letzten weißen DSuper 5-Modelle chauffierte, konnte sich so
gar
nicht für die neue flache Flunder erwärmen. Offensichtlich
ließ sie sich von ihrer weiblichen Intuition leiten, denn als
sie die DSuper 5 nach mehr als 200.000
Kilometern ohne irgendwelche
besonderen Vorkommnisse (selbst Getriebe und Kupplung waren noch die
ersten) schweren Herzens angesichts der immer horrenderen
Benzinpreise 1981
an einen neuen
DS-Liebhaber verkaufte, trennte sie
sich von einem absolut zuverlässigen Auto.
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Ami
Super Break · 1974
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DSuper
5 · 1973 |
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Das
konnte man von
den CX-Modellen der ersten Baujahre keineswegs behaupten. Doch 1981 war
es dann
endlich soweit. Nach sechs Jahren Bauzeit schien mir die wilde
Schönheit ausgereift genug, um meinen Jugendtraum zu
verwirklichen. Ende August trafen wir uns auf
dem Gelände der
Citroën Deutschland AG in Köln-Porz – ein
alusilberner CX
Pallas Diesel und ich. |
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Blaue
Jersey Fischgrät-Polster,
elektrische Fensterheber vorne, Zentralverriegelung
und
„Isother- Wärmedämmpaket“ mit
spezieller Isolierung des
Dachs sowie Sonnenrollo vor der Heckscheibe und Sonnenblenden
über
den hinteren Türen verströmten einen Luxus, der
damals in
anderen 25.000-Mark-Autos so nicht zu finden war.
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| Citroën
CX · 1975 |
Die
Zweieinhalb-Liter-Maschine leistete zwar nur 75 PS, doch es reichte,
um auf der Autobahn zügig mit zu schwimmen. Die
Federung war
himmlisch weich wie in der seligen DS, die
geschwindigkeits- abhängige
Servolenkung sogar noch komfortabler und bequemer. Ich verbrachte
meine Freizeit am liebsten hinter dem
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Einspeichen-Lenkrad meines CX,
aber beimeinen vielen beruflichen Fahrten wurde es auch ein idealer
Arbeitsplatz.
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Citroën
CX Pallas D ·
Côte d'Azur 1981
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Quer
durch die Alpen mitten im
Winter an dieCôte
d’Azur durch hohen Schnee (mit Sommerreifen), über
Stock und
Stein durch das damalige Jugoslawien bis
hinunter zur griechischen
Grenze – alles kein Problem. Da nahm
ich auch die weiblichen
Zicken
in Form kleiner Rostbeulen am Kofferraum-Deckel und den Türen
bereits nach einem Jahr in Kauf, oder eine teure
Reparatur der Gelenkwellen, die mir allerdings durch das kulante
Verhalten des Herstellers
etwas
versüßt wurde. 1985, als mein
erster CX immer zickiger wurde,
machte ich ein gutes Schnäppchen
und
erwarb einen Nachfolger: CX
Pallas D, Baujahr
1982, |
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30.000 Kilometer
gelaufen, für 13.500 DM. Diese wilde Schönheit
hatte
sogar
noch ein elektrisches Stahlschiebedach, und das
tröstete mich
über die goldene Metallic-Farbe hinweg.
Selbst diese
Lackierung
konnte den zeitlos-modernen Linien meiner „goldenen
Bonzenschüssel“
nichts anhaben. Und glücklicherweise hatte ich dieses Mal
wirklich ein ausgereiftes Exemplar erwischt, das mich die
nächsten
vier Jahre nie im Stich ließ.
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Hippo
Citroën ·
Umbau 2005/ 06
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1989
kam der Abstieg: Da ich
auch
beruflich weniger unterwegs war, entschied ich mich aus
wirtschaftlichen Gründen für einen BX TRD Turbo. Kein
schlechtes Auto, doch eben keine wilde Schönheit –
kein
bisschen sexy… |
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(01/06) |
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